04.09.2005

Immobilienkauf

Kaufvertrag für Eigentumswohnung, Einfamilienhaus oder Baugrundstück

Sie beschließen, eine Immobilie zu kaufen. Der Ihnen zur Unterschrift vorgelegte Kaufvertrag ist lang und kompliziert. Sie lesen ein paar Mustertexte im Internet und finden, dass der Vertrag in Ordnung ist. Einen Rechtsanwalt beauftragen Sie nicht mit der Prüfung des Vertragsentwurfs, weil Sie das Honorar sparen und das Geld lieber in die Innenaustattung der neuen Wunschimmobilie stecken wollen. Außerdem wirkt der Vertreter des Verkäufers seriös, und die Unterzeichnung des Vertrages erfolgt ja beim Notar, der neutral ist. Letzteres nehmen Sie jedenfalls an.

Falsch gedacht, denn:
  • Der Verkäufer hat seine eigenen Interessen im Kopf und im Vertragsentwurf, nicht Ihre.
  • Der Notar wird meist vom Verkäufer beauftragt und berät Sie nicht, sondern prüft lediglich die Einhaltung von Formalien.
  • Das eingesparte Honorar für den von Ihnen nicht beauftragten Rechtsanwalt wäre eine gut angelegte Versicherungsprämie gewesen, weil ein von Ihnen beauftragter Anwalt für einen Beratungsfehler und die Ihnen hieraus entstehenden Schäden haftet. Übrigens sind Anwälte für solche Fälle versichert.

Preisfrage: Mit welcher Variante fährt man besser, wenn der Kauf der Wunschimmobilie später zum Streitfall wird?
  1. Vertragsprüfung durch "Eigenleistung"?
  2. Vertragsprüfung durch einen selbst beauftragten Rechtsanwalt?
Beratung durch Rechtsanwältin Anneliese Reeckmann

Nachtrag:
Unsere Empfehlung zur gesonderten Beratung beim Immobilienkauf durch eine selbst beauftragte Person des Vertrauens wird nun auch vom Berliner Senat geteilt: Der Berliner Senator für Justiz und Verbraucherschutz Thomas Heilmann hat am 1. Februar 2012 Kritierien zum Schutz vor unbedachten Immobilienkäufen vorgestellt.